Bielefeld: Keine Überschreitung der NO2-Grenzwerte am Jahnplatz feststellbar - zusätzliche NO2-Messungen durch den Handelsverband belegen die Einhaltung

Bereits mehrfach haben wir über den neuen Luftreinhalteplan Bielefeld und über unsere Mitarbeit an der Neuaufstellung berichtet.

Es drohen Dieselfahrtverbote, die Einrichtung einer Umweltzone oder weitere Eingriffe, welche die Erreichbarkeit der Bielefelder Innenstadt gefährden, weil an einer Messstation die Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten wurden.

Daher haben wir in allen Gesprächen und Veröffentlichungen als Interessenvertreter des Handels immer wieder valide und repräsentative Messdaten eingefordert, denn lediglich ein einziger Passivsammler unmittelbar an einer Bushaltestelle an der Herforder Str. 7 sollte nicht allein darüber entscheiden, ob z.B. die Verkehrsführung am Jahnplatz auf eine Fahrspur je Richtung reduziert werden sollte. Hier fehlt es offenkundig nicht nur an validen und repräsentativen Messdaten - auch die Auswirkungen auf das umliegende Straßennetz und die Gesamterreichbarkeit der Innenstadt fehlt in Gänze.

Nach Gesprächen mit der Bezirksregierung und des LANUV haben wir uns entschlossen weitere Stickstoffdioxid (NO2)-Messungen durchführen zu lassen, um für eine validere Datengrundlage zu sorgen. Die Kosten für diese zusätzlichen Messungen wurden dankenswerterweise von den beiden örtlichen Werbegemeinschaften (Kaufmannschaft Altstadt sowie Werbegemeinschaft rund um die Bahnhofstraße) übernommen.

Gemeinsam mit der schweizerische Passam AG (einer der Weltmarktführer in diesem Bereich; führt und begleitet vergleichbare Messungen in über 60 Ländern der Welt) wurden 3 weitere Messpunkte für Passivsammler festgelegt und bislang 15 Messungen durchgeführt. Alle Messungen belegen die Einhaltung der Grenzwerte. Die Messreihe läuft unverändert weiter. Hier eine kurze Übersicht der bisherigen Messdaten:

 con8 2017 Tabelle MesswerteBI Beyer

Alle drei Messpunkte wurden gemeinsam mit der Passam AG hinsichtlich Validität, Übertragbarkeit und gemäß den Anforderungen der EU-Richtlinie 2008/50/EG abgestimmt. Hierfür müssen gleich eine Vielzahl von Kriterien erfüllt werden, um einerseits den Vorgaben der EU-Richtlinien gerecht zu werden, aber tatsächlich auch einen echten Erkenntnisgewinn mit den zusätzlichen Messungen hier vor Ort zu erzielen.

So darf u.a. lt. der EU-Richtlinie der Luftstrom um den Messeinlass nicht beeinträchtigt werden und im Umfeld des Messeinlasses dürfen keine Hindernisse vorhanden sein, die den Luftstrom beeinflussen. D.h. Gebäude, Balkone, Bäume und andere Hindernisse wie z.B. auch Buswartehäuschen sollten einige Meter entfernt sein. Insgesamt sind die Orte der Probenahmestellen (Messpunkte) so auszuwählen, wo sowohl die höchsten Konzentrationen auftreten, aber gleichzeitig auch die Messung repräsentativ ist für einen Straßenabschnitt von nicht weniger als 100 m Länge.

Die bisherigen sowie die zusätzlichen Messwerte haben folgendes Ergebnis:

  1. Alle zusätzlichen 15 Messungen liegen unterhalb der EU-Grenzwerte!
  2. Weitere 15 Messungen sind geplant bzw. haben schon begonnen!
  3. Die offizielle Messung an der Herforder Str. 7 verstößt gegen die EU-Richtlinie 2008/50/EG und hat keine Gültigkeit als Probenahmestelle!

Daher unsere Forderung:
Alle Diskussionen um eine Reduzierung oder Sperrung von Fahrspuren rund um den Jahnplatz aufgrund von Stickstoffdioxid-Messungen müssen ausgesetzt werden, bis valide Daten vorliegen, z.B. durch das Aufstellen von Mess-Containern die auch Stundenwerte liefern.

Hierzu haben wird uns bereits gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld sowie der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld an die zuständigen Stellen der Bezirksregierung gewandt und einen Katalog verschiedenster Maßnahmen erarbeitet.

Zusätzlich haben wir alle Fachabteilungen, den Oberbürgermeister, die Regierungspräsidentin und sogar bis nach Düsseldorf geschrieben und unsere gemeinsamen Forderungen kundgetan.

Über die weiteren Entwicklungen werden wir Sie in Kenntnis setzen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen gerne und jederzeit für Rückfragen zur Verfügung.

 

Betriebswirtschaftliche Sprechstunden im 2.Halbjahr 2017

Auch im 2. Halbjahr finden wieder kostenlose Sprechstunden unseres Handelsberaters Michael Alles am

                 Dienstag, den 12. September 2017       und      Dienstag, den 14. November 2017

in Bielefeld statt.

Bislang standen in diesem Jahr Fragen zu Steuerberatergebühren und zum Jahresabschluss im Vordergrund. Sie können natürlich auch andere Themen ansprechen, die Ihnen auf den Nägeln brennen. Besprechen Sie Ihre individuelle Problemstellung vertrauensvoll mit unserem Handelsexperten.
Am 12. September stehen noch 2 Termine à 1 Stunde und für November noch 5 Termine zur freien Verfügung. Zwecks Terminvereinbarung melden Sie sich bitte bei Jörg Beyer unter Tel. (0521) 96510-12 und sprechen Ihren Wunsch-Termin ab.

IHKs und Handelsverband OWL veröffentlichen Handelsreport 2017: Region verzeichnet mit 2,61 Mio. Quadratmetern neuen Verkaufsflächenrekord

Ostwestfalen-Lippe verzeichnet einen neuen Rekord an Verkaufsfläche im stationären Einzelhandel. Das geht aus dem Handelsreport OWL 2017 hervor, den die Industrie- und Handelskammern (IHKs) Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold sowie der Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V. jetzt nach 2014 zum zweiten Mal herausgegeben haben. Insgesamt gibt es aktuell in der Region 1.509 Einzelhandelsbetriebe (2014: 1.491) ab einer Größe von 500 Quadratmetern, die zusammen eine Gesamtverkaufsfläche von 2,61  Millionen Quadratmeter (2014: 2,58) ergeben.

Davon entfallen allein 921.460 Quadratmeter auf das Sortiment Nahrungs- und Genussmittel (2014: 896.683). In dem Werk werden die aktuellen Strukturen und wesentlichen Kennzahlen des Einzelhandels in Ostwestfalen-Lippe aufgezeigt.

„Die Zahlen belegen, dass der Handel in Ostwestfalen-Lippe ein Treiber für vitale Innenstädte und die Ansiedlung von Dienstleistern und Gastronomie ist“, betont Harald Grefe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwestfalen. Die Verkaufsflächenausstattung in der Region sei in den einzelnen Kreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich - im Kreis Paderborn entfielen je 1,64 Quadratmeter Verkaufsfläche auf jeden Einwohner (2014: 1,60), im Kreis Lippe beispielsweise 0,96 Quadratmeter (2014: 0,88). „Bei der Branche Nahrungs- und Genussmittel setzt sich das Wachstum und der Trend zu immer größeren Betriebseinheiten fort; insbesondere die Discountmärkte expandieren“, erläutert Grefe.

 

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Stellen den Handelsreport OWL 2017 vor:
V.l.n.r. Thomas Kunz, (Hauptgeschäftsführer Handelsverband OWL),  Hans-Joachim Schrader (BBE Münster), Maria Klaas (Geschäftsführerin IHK Lippe zu Detmold), Harald Grefe (Stv. Hauptgeschäftsführer IHK Ostwestfalen zu Bielefeld), Marco Rieso (Leiter des Referates für Handel, Dienstleistung und Services IHK Ostwestfalen zu Bielefeld).

 

„Das anhaltende Wachstum im Onlinehandel führt zu Umsatzverlusten im Offlinehandel. Ob Multi-, Cross- oder Omni-Channel – jeder Einzelhändler muss sich mit den verschiedenen Kanälen auseinandersetzen“, erläutert Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Ostwestfalen-Lippe. Durch die Vernetzung der Kanäle ergäben sich ganz neue Chancen für die Händler. Trotz des stetig wachsenden Onlinehandels sei der stationäre Handel mit einem Marktanteil von über 80 Prozent die klare Nr. 1, „denn alle Waren können aus- oder anprobiert sowie sofort mitgenommen werden.“

„Der Steuerung des Einzelhandels auf gewünschte Standorte kommt in jeder Kommune eine hohe Bedeutung zu“, unterstreicht Maria Klaas, Geschäftsführerin der IHK Lippe. Dazu böten kommunale Einzelhandelskonzepte die entsprechende Grundlage.Sie sorgten dafür, dass die Attraktivität von Innenstädten und Ortskernen gestärkt werde und die Entwicklung auf der „Grünen Wiese“ zentrenverträglich erfolge.

Klaas: „Die IHKs Lippe und Ostwestfalen sowie der Handelsverband stehen für ein übergeordnetes Interesse an einer ausgewogenen Einzelhandelsentwicklung mit lebendigen Innenstädten und Ortszentren und bringen diese Position in die Erarbeitung beziehungsweise Aktualisierung von Einzelhandelskonzepten ein“.

Den Handelsreport OWL 2017 können Sie hier downloaden.

 

Nähere Informationen zum Handelsreport OWL 2017 gibt es zudem bei: IHK Ostwestfalen: Marco Rieso, Telefon 0521 554-197, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

IHK Lippe: Maria Klaas, Telefon 05231 7601-29, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,

Handelsverband Ostwestfalen-Lippe e.V.: Jörg Beyer, Telefon 0521 96510-12, E-Mail:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

An der Erstellung des Werkes hat die BBE Standort-und Kommunalberatung Münster mitgewirkt.

Betriebswirtschaftliche Sprechstunden im 2.Halbjahr 2017

Auch im 2. Halbjahr finden wieder kostenlose Sprechstunden unseres Handelsberaters Michael Alles in Bielefeld statt. Die Termine:

                    Dienstag, 12. September 2017      und       Dienstag, 14. November 2017 .

Bislang standen in diesem Jahr Fragen zu Steuerberatergebühren und zum Jahresabschluss im Vordergrund.
Sie können natürlich auch andere Themen ansprechen, die Ihnen auf den Nägeln brennen. Besprechen Sie Ihre individuelle Problemstellung vertrauensvoll mit unserem Handelsexperten.
Am 12. September stehen noch 2 Termine à 1 Stunde und für November noch 5 Termine zur freien Verfügung. Zur Terminvereinbarung melden Sie sich bitte bei Jörg Beyer unter Tel. 0521 96510-12.

Handelsverband, IHK und Handwerkskammer kritisieren geplante Umweltzonen in Bielefeld sowie Paderborn und erwarten validere Messungen

Als Handelsverband kritisieren wir gemeinsam mit der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) und der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld (HWK) die geplanten Umweltzonen in Bielefeld und Paderborn.
In Briefen an den neuen NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet, dessen Stellvertreter Dr. Joachim Stamp, Verkehrsminister Hendrik Wüst, Umweltministerin Christina Schulze Föcking, die Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Bielefelds und Paderborns Oberbürgermeister Pit Clausen beziehungsweise Michael Dreier plus den zuständigen Dezernenten und Fraktionsvorsitzenden kritisiert die hiesige Wirtschaft, dass die Messstationen für die Stickstoffdioxidwerte in Bielefeld und Paderborn völlig unzureichend sind.
Der Luftreinhalteplan für  andere Städte - wie z. B. Hamburg - zeige, dass je nach Messart und Höhe  des Passiv-sammlers erhebliche Unterschiede vorkommen und ein breites Messnetz erforderlich sei.
„Wir fordern daher, das Messnetz in Bielefeld und Paderborn zu erweitern und vor allem auf Messcontainer umzustellen, die stundengenaue Messwerte liefern“, heißt es in den Schreiben. Nur wenn auch valide Stunden- bzw. Tageswerte vorlägen, könnten zielgerichtete und zeitlich begrenzte Maßnahmen ergriffen werden.
Allein durch die Modernisierung der Abgastechnologie, die Einführung der neuen EG-Typen-Genehmigung ab September 2017 (Euro 6d), die Erneuerung des Fahrzeugbestandes sowie ein Bündel von verschiedenen „weicheren“ Maßnahmen könnten die Immissionsgrenzwerte bis etwa zum Jahr 2020 eingehalten werden. Das gehe aus dem Basisszenario Luftreinhalteplan Hamburg hervor.
Ein derartiges Szenario sollte auch für Bielefeld und Paderborn berücksichtigt werden, ebenso ein Zeithorizont bis 2020 beziehungsweise 2025, „den wir für die Luftreinhaltepläne in Bielefeld und Paderborn ebenfalls für realistisch und zielführend halten“, wie es in den Briefen heißt.
Zudem fordern IHK, HWK und HV die Implementierung einer Modellrechnung nach dem Vorbild des Luftreinhalteplans Hamburg. Auch Maßnahmen wie die Stärkung des ÖPNV führten demnach zu einer Einsparung von Stickstoffdioxid.
„Unser Eindruck ist bisher, dass diese Maßnahmen in Bielefeld und Paderborn nur eine untergeordnete Rolle spielen und verkehrsreduzierende Maßnahmen in den Vordergrund gestellt werden“, so der Wortlaut, beispielsweise würden Dieselfahrverbote als Alternative zur Umweltzone ins Spiel gebracht.
Derartige Fahrverbote wirkten nur kurzfristig, seien für die Wirtschaft und Bürger sehr kostspielig und wenig nachhaltig, weil sie die Verkehrsprobleme nicht behöben, sondern nur in andere Bereiche verlagerten. „Es darf nicht darum gehen, kurzfristig wirksame Maßnahmen umzusetzen, die die Erreichbarkeit der Innenstädte unverhältnismäßig einschränken und gleichzeitig zu einer erhöhten Schadstoffbelastung an anderen Standorten führen“, heißt es dazu.
Die Entscheidung, die Verkehrsführung am Jahnplatz in Bielefeld auf eine Fahrspur je Richtung zu reduzieren, halten IHK, HWK und HV für brisant, „solange nicht gutachterlich untersucht wurde, wie die Auswirkungen auf das umliegende Straßennetz und die Gesamterreichbarkeit der Innenstadt aussehen werden“, so der Wortlaut im Brief an Clausen.
Die erheblichen Einschränkungen am Jahnplatz dürften erst umgesetzt werden, wenn ein Verkehrsgutachten die Gesamterreichbarkeit Bielefelds belegt habe. Durchfahrtsverbote, Umweltzonen, Verknappung oder Verteuerung des Parkplatzangebotes sowie Lieferzeitbeschränkungen benachteiligten die Innenstädte gegenüber den „graue Wiese“-Standorten, heißt es auch in dem Schreiben an Dreier. Deshalb fordere die Wirtschaft, die Erreichbarkeit der Innenstädte zu stärken und nicht durch voreilige Maßnahmen zu schwächen.

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